Tal der Könige
Tal der Koenige Rulebook
Table of Contents
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Spielziel
Jeder Spieler versucht, durch geschicktes Bieten oder hinterhaeltigen Diebstahl Bausteine zu ergattern und sich durch seine beiden Aufseher Bauplaetze zu sichern. Dann laesst er dort von seinen Arbeitern Pyramiden bauen, die der Pharao nach ihrer Groesse und Schoenheit mit Punkten bewertet. Gewinner ist, wer die meisten Punkte erzielt.
Spielmaterial
- 20 Arbeiter (je 5 pro Spieler)
- 8 Aufseher (je 2 pro Spieler)
- 32 Biet-Tafeln (je 8 pro Spieler)
- 32 Skarabaeus-Steine (je 8 pro Spieler)
- 165 Bausteine in 5 Farben
- 4 Kurzspielregeln
- 1 Beutel (nicht abgebildet)
- 1 Pharaostein
- 1 Spielplan
- 4 Filzschreiber
Spielvorbereitung
Wir empfehlen, die Spielregel abschnittsweise bis zur jeweils naechsten Ueberschrift durchzulesen und die Aktionen dann sofort durchzufuehren. Auf diese Weise lernen Sie das Spiel am schnellsten kennen.
Alle Bausteine werden in den Beutel gelegt.
Jeder Spieler erhaelt Arbeiter, Aufseher, Biet-Tafeln und Skarabaeus-Steine einer Farbe.
Alle Arbeiter und Aufseher werden in das zentrale Gebiet (16) rund um den Bauplatz der Pharaonen-Pyramide gestellt.
Ausserdem erhaelt jeder Spieler eine Kurzspielregel. Sie gibt eine Uebersicht ueber den Spielablauf, nennt die Punktwerte der Pyramiden und bietet auf der Rueckseite Platz zum Notieren der Einsatzorte Ihrer Aufseher.
Beim Spiel zu dritt bleiben die mit 3 roten Sonnen gekennzeichneten Bauplaetze aus dem Spiel, beim Spiel zu zweit die mit 2 und 3 Sonnen markierten Bauplaetze. Sie werden mit Skarabaeus-Steinen einer Farbe belegt, die nicht am Spiel teilnimmt.
Der Spielplan
- Baufeld (= Standort fuer Aufseher oder Arbeiter). Jedes Baufeld ist durch die Angabe von Buchstabe und Nummer des Bauplatzes genau zu identifizieren (Beispiel: 13-H = Baufeld H beim Bauplatz 13). Auf jedem Feld kann nur eine Figur stehen.
- Bauplatz einer grossen Pyramide (3 Ebenen, 14 Bausteine).
- Bauplatz einer kleinen Pyramide (2 Ebenen, 5 Bausteine).
- Bauplatz der Pharaonen-Pyramide (4 Ebenen, 30 Bausteine).
- Gebiet (durchnummeriert von 16 bis 22).
Bewertung der Pyramiden
Bei der Bewertung der Pyramiden spielt nicht nur ihre Groesse, sondern auch die Farbe ihrer Bausteine eine Rolle:
- Einfarbige Pyramiden bestehen nur aus Bausteinen einer Farbe.
- Bei Schichtenpyramiden besteht jede Ebene aus Bausteinen einer Farbe.
Beispiel: Eine grosse Schichtenpyramide hat in der unteren Ebene rote, in der mittleren graue Bausteine und in der oberen einen schwarzen Stein.
Beispiel: untere Ebene weiss, mittlere Ebene weiss, obere Ebene schwarz.
Bunte Pyramiden sind alle anderen Pyramiden: sie bestehen aus Steinen beliebiger Farben.
Wichtig: Bei den grossen Pyramiden ist der mittlere Spielstein der unteren Ebene nicht sichtbar. Seine Farbe ist deshalb bei einfarbigen und Schichtenpyramiden nicht von Bedeutung!
Wieviel Punkte eine Pyramide wert ist, ergibt sich aus der Tabelle auf der Kurzspielregel.
Die Pharaonen-Pyramide wird nicht bewertet. Sie besteht aus Bausteinen beliebiger Farben und wird von allen Spielern gemeinsam gebaut. Spaetestens wenn sie fertiggestellt ist, endet das Spiel.
Spielbeginn
Es wird ausgelost, wer beginnt. Der Startspieler erhaelt den Pharaostein. Die uebrigen Spieler sind im Uhrzeigersinn an der Reihe.
Eine Spielrunde besteht aus mehreren Aktionen, die jeweils der Startspieler beginnt. Die anderen Spieler folgen reihum im Uhrzeigersinn. Ist eine Aktion beendet, wird die naechste durchgefuehrt.
Die erste Runde
1. Bausteine ersteigern
Die Baumeister stellen fest, was in dieser Runde auf dem Bausteinmarkt angeboten wird. Dazu zieht der Startspieler blind Bausteine aus dem Beutel und legt sie in Fuenfergruppen neben das Spielbrett. Es wird eine Fuenfer-Gruppe mehr ausgelegt, als Spieler mitspielen (bei 4 Spielern also 5 Gruppen). Zuviel gezogene Bausteine kommen zurueck in den Beutel.
Angefangen beim Startspieler legen die Spieler der Reihe nach ihre Biet-Tafeln mit der Rueckseite nach oben zu den Gruppen, die sie ersteigern moechten. Maximal koennen 10 Gold-Reifen fuer eine Gruppe geboten werden. Die Biet-Tafeln ohne Gold-Reifen (Wert 0) dienen zum Bluffen. Ob ein Spieler alle Biet-Tafeln in der Bietrunde einsetzt, bleibt ihm ueberlassen. Erst wenn er seinen kompletten Einsatz gemacht hat, legt der naechste Spieler seine Biet-Tafeln aus.
Haben alle Spieler geboten, werden die Biet-Tafeln aufgedeckt. Der Spieler, der fuer eine Gruppe am meisten geboten hat, erhaelt die jeweiligen Bausteine. Bei gleichhohem Gebot erhaelt derjenige die Steine, der zuerst geboten hat. Gruppen, fuer die nichts geboten wurde (entweder, weil keine Biet-Tafeln dort abgelegt wurden oder nur Biet-Tafeln mit dem Wert 0), werden zurueck in den Beutel gelegt.
Nachdem alle Fuenfer-Gruppen aufgeteilt wurden, erhaelt jeder Spieler seine Biet-Tafeln zurueck.
2. Aufseher setzen
Beide Aufseher eines Spielers, in Gebiet 16, koennen pro Runde insgesamt 6 Schritte weit ziehen. Jedes Ueberschreiten einer Linie auf dem Spielplan gilt als Schritt. Man braucht also jeweils einen Schritt, um vom zentralen Gebiet 16 auf das Baufeld 15-B oder in das Gebiet 17 zu ziehen. Vom Baufeld 6-C zum Beispiel ist man mit zwei Schritten wahlweise im Gebiet 16 oder 20.
Wichtig: Als Linie gelten sowohl die Begrenzungen der Gebiete als auch die Rahmen der Baufelder.
Setzt ein Spieler einen Aufseher auf ein Baufeld eines noch unbesetzten Bauplatzes, nimmt er ihn in Besitz. Zur Kennzeichnung legt er sofort einen seiner Skarabaeus-Steine auf den schwarzen Punkt neben dem Bauplatz. Damit erhaelt er die Moeglichkeit dort zu bauen, auch wenn keiner seiner Aufseher an diesem Bauplatz steht.
Jeder Aufseher kann pro Runde nur einen Bauplatz in Besitz nehmen.
3. Arbeiter setzen
Nur wenn Arbeiter auf den Baufeldern eigener Bauplaetze stehen, koennen dort Steine verbaut werden (2 Steine pro Arbeiter).
Angefangen beim Startspieler setzt jeder der Reihe nach beliebig viele seiner Arbeiter insgesamt bis zu 6 Schritte weiter.
4. Pyramiden bauen
Jeder Spieler kann nun erworbene Steine verbauen. Gebaut werden kann nur auf den eigenen Bauplaetzen. Fuer jeden Arbeiter, der auf einem Baufeld steht, koennen bis zu zwei Bausteine gesetzt werden. Aufseher brauchen beim Bau nicht anwesend zu sein.
Die Pyramiden muessen Stufe fuer Stufe gebaut werden. Erst wenn die unterste Stufe vollendet ist, darf die naechste Stufe begonnen werden.
Es duerfen keine Bausteine abgebaut oder umgebaut werden.
Wird eine Pyramide vollendet, legt der Spieler seinen Skarabaeus-Stein vom Bauplatz auf die Spitze der Pyramide.
Steine, die ein Spieler nicht verbauen kann oder will, muss er auf den Bauplatz der Pharaonen-Pyramide setzen.
5. Startspieler-Wechseln
Am Ende der Spielrunde gibt der Startspieler den Pharaostein an seinen linken Nachbarn weiter: Er ist Startspieler der naechsten Runde.
Die folgenden Runden
Kaum hat der Pyramidenbau begonnen, kommt Neid auf unter den Baumeistern, und es gehen Geruechte um, dass der eine dem anderen bereits verbaute Steine vom Bauplatz stehlen will oder gar die Uebernahme ganzer Bauplaetze vorbereitet.
Darum plant nun jeder geheim den Einsatz seiner Aufseher. Taktik und Strategie werden jetzt wichtig.
1. Bausteine ersteigern (wie in Runde 1)
2. Aufseher setzen
Aufseher koennen auch auf Baufelder fremder Bauplaetze gezogen werden. Das ist die Voraussetzung, um dort Bausteine zu entwenden oder den Bauplatz zu uebernehmen.
Alle Spieler notieren geheim auf der Rueckseite ihrer Kurzspielregel, wohin sie ihre Aufseher setzen wollen. Dann werden gleichzeitig die Notizen aufgedeckt und jeder Spieler zieht seine beiden Aufseher wie geplant. Wie immer, beginnt der Startspieler.
Stellt sich heraus, dass ein Spieler seine Aufseher mehr als 6 Schritte weit ziehen wollte, bleiben sie beide stehen und duerfen sich in dieser Runde nicht bewegen.
Ist das notierte Baufeld besetzt, so wird der Aufseher in das angrenzende Gebiet gesetzt.
3. Arbeiter setzen
Auch Arbeiter koennen auf Baufelder fremder Bauplaetze gezogen werden. Sie werden ebenfalls gebraucht, um Bausteine zu entwenden oder den Bauplatz zu uebernehmen. Anders als die Aufseher werden die Arbeiter aber weiterhin offen gesetzt.
4. Bausteine entwenden
Wer auf den Baufeldern eines fremden Bauplatzes mehr Aufseher stehen hat als der Besitzer, kann Bausteine entwenden. Dafuer braucht er auf den Baufeldern dieses Bauplatzes aber auch Arbeiter. Pro Arbeiter darf er bis zu 2 Steine abbauen. Die Steine duerfen nur aus der jeweils obersten Stufe der Pyramide genommen werden. Aus fertiggestellten Pyramiden duerfen keine Steine entwendet werden.
Die geraubten Steine werden zu den eigenen ersteigerten Bausteinen gelegt.
Es kann durchaus passieren, dass in einer Runde mehrere Spieler Bausteine vom selben Bauplatz entwenden.
Beispiel: Bauplatz 2 gehoert Spieler Grau. Dort steht bereits die untere Ebene einer grossen Pyramide und der erste Stein der zweiten Ebene. Grau hat keinen Aufseher am Bauplatz, Schwarz und Weiss jedoch jeweils einen. Beide sind dort auch mit je einem Arbeiter vertreten. Schwarz ist zuerst am Zug und entwendet mit seinem Arbeiter den einzigen Stein aus Ebene 2 und einen Stein der unteren Ebene. Danach folgt Weiss und raubt ebenfalls 2 Steine aus der unteren Ebene.
5. Fremde Bauplaetze uebernehmen
Wer auf den Baufeldern eines fremden Bauplatzes mehr Aufseher und mehr Arbeiter hat als der Besitzer, kann den Bauplatz uebernehmen. Er tauscht sofort, wenn er an der Reihe ist, den bisherigen Skarabaeus-Stein gegen seinen eigenen aus. Der fruehere Besitzer erhaelt seinen Skarabaeus-Stein zurueck.
Bauplaetze mit fertigen Pyramiden duerfen nicht uebernommen werden.
6. Pyramiden bauen (wie in Runde 1, Seite 10)
Jeder Spieler verbaut alle Bausteine, die er ersteigert oder von fremden Bauplaetzen entwendet hat. Steine, die er nicht verbaut, setzt er auf die Pharaonen-Pyramide.
7. Startspieler wechseln (wie in Runde 1)
Spielende
Das Spiel endet nach der Spielrunde, in der die Pharaonen-Pyramide fertiggestellt ist oder alle anderen Pyramiden vollendet sind.
Jeder Spieler bewertet seine fertigen Pyramiden nach der Tabelle auf der Kurzspielregel. Unfertige Pyramiden werden nicht bewertet.
Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.
Varianten
Variante fuer fortgeschrittene Baumeister
Der Pharao will den Bau seiner Pyramide beschleunigen. Daher werden die Steine, die in der ersten Aktionsphase nicht ersteigert wurden, sofort auf der Pharaonen-Pyramide verbaut, anstatt zurueck in den Beutel zu wandern. Wird die Pharaonen-Pyramide dadurch fertiggestellt, so wird die Spielrunde trotzdem noch zu Ende gespielt.
Variante fuer Pyramiden-Experten
Auf Draengen aller Baumeister ist der Pharao bereit, eine weitere Pyramidenart anzuerkennen und zu bewerten: die Streifenpyramide. Sie besteht aus Bausteinen zweier Farben und ist so gebaut, dass die Steine, von oben betrachtet, ein diagonales Streifenmuster ergeben.
Kleine Streifenpyramiden 2 Punkte wert, grosse 7 Punkte.
Spieltip
Der Diebstahl von Bausteinen sollte nicht planlos erfolgen. Wer Bausteine stiehlt und zu Beginn der Runde welche ersteigert hat, dem fehlen oft die Arbeiter, um alle Steine zu verbauen. Die Folge: Er muss mehr Steine in die Pharaonen-Pyramide setzen und bringt dadurch das Spiel schneller zu Ende.